Gerhard Wandl, Österreich, office@wandl.at


Business Intelligence

Meine Erfahrungen mit BusinessObjects:

Mit meinem konzern-internen Wechsel von der Eurobilla zur REWE Dienstleistungsgesellschaft lernte ich BusinessObjects, Version 6.5 kennen (zu dem Zeitpunkt gehörte BusinessObjects noch nicht zu SAP). BO 6.5 war der letzte "Full-Client" des Reportingtools, hiess sie konnte (sofern alle Konfiguration/Informationen lokal vorhanden) ohne dem BO-Server arbeiten. Eine Kopie des "Universums" war lokal abgelegt, die Verbindungs-Informationen zu den Datenbanken ebenfalls. Sie war auch relativ leicht automatisierbar und wurde daher für das Standard-Reporting genutzt.

Mit zunehmenden Alter (der Software) und der Übernahme durch SAP, wurde der Support für diese alte Version eingestellt und die REWE musste auf SAP Busines Objects XI 3.1 umstellen (das "SAP" im Produktnamen kam irgendwann per Patch dazu). Das war dann meine Aufgabe, ein interessantes Projekt mit enormen Tücken. BOXI fokussiert auf die neue Web-Oberfläche und vernachlässigte den ehemaligen Full-Client. Er existierte in Release 3 zwar noch, konnte aber bei weitem nicht mehr so gut genutzt werden. Parallel gab es noch einen weiteren Client, der eine Art Hybrid aus dem Full-Client und der Web-Oberfläche darstellte. (Wofür der wirklich gut war, ist mir rätselhaft.) Mit BOXI übernahm der Server sehr viel mehr Funktionen, was einerseits gut war, andererseits aber auch eine riesen Umstellung bedeutet. Die Automatisierung der Standard-Reports, zuvor mit einem externen Tool, welches auch viele andere Tasks beherrschte (zB die Daten zuvor von einem anderen Host abholen, laden, verarbeiten lassen und erst dann den Report aktualisieren), musste nun auf die Web-Oberfläche ausweichen, wo der BOXI-Server das Aktualisieren der Berichte selber plante. Jetzt lief ein Teil im Automatisierungstool (Daten abholen, laden, etc) und ein Teil auf BOXI (Report aktualisieren). Das Einrichten und Konfigurieren des BOXI-Servers wurde, im Vergleich zum Vorgänger BO 6.5, massiv umfangreicher.

BO ist für mich das perfekte Beispiel dafür, wie man ein kleines, schlankes, äusserst praktisches Tool zu einem riesigen, unübersichtlichen Monster-Server-/Software-Konstrukt aufblasen kann, ohne dabei besonders viel Mehrwert zu gewinnen.

Mit meinem Austritt bei der REWE, verlor ich auch den Kontakt zu BusinessObjects.

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