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Software-Entwickler in Oracle
Meine Erfahrungen mit der Oracle-Datenbank:
Mit Oracle kam ich erstmals 1998 in Kontakt, als mein ehemaliger
Lehrbetrieb, auf Grund der Jahr-2000-Problematik, von der IBM AS/400 (im
S36-Modus) auf einen Alpha Server mit DEC-Unix und eben einer Oracle-Instance
darauf, umstellte. Damals nutzte ich noch eine 4GL Sprache,
welche in dem ERP-System integriert war, um mit der Datenbank zu kommunizieren.
Lediglich die Anlage der User erfolgte im SQL. Das war noch Oracle 7.
Zu dem Zeitpunkt war ich noch viel mehr von dem Digital Equipment-Server
beeindruckt, als dass ich realisieren konnte, dass diese, eher versteckt im
Hintergrund laufende, Oracle-Datenbank meine Zukunft wird.
In Baan IV habe ich in der 4GL-Sprache Programme zur Datenmanipulation geschrieben
bzw auch bestehende Programme des ERPs angepasst ("Customizing").
Im Jahre 2004 begann ich im REWE-Konzern, zuerst noch als Systembetreuer
für die Filial-Warenwirtschaft im Ausland. Hier war Oracle auf einmal mein
"daily business", die Filialen waren alle mit Oracle 9i-Datenbanken
ausgestattet und der Support (meistens die Ermittlung und Korrektur fehlerhafte
Daten und dessen Ursachen) bestand grösstenteils aus SQL- und/oder
PL/SQL-Operationen in SQL-Plus auf Linux (ohne GUI - alles ASCII
über Telnet-Verbindungen). Zu der Zeit wurde begonnen vorsichtig von
Oracle 9i auf Oracle 10g umzustellen. Als Systembetreuer war ich jedoch
nur eine Art 2nd-Level-Support für die Kollegen im Ausland und durfte im
Regelfall selbst keine Manipulationen an den Daten vornehmen (wobei wir das
dennoch oft machten). Eingriffe in die Programme waren jedoch wirklich kein
Thema. Wir durften nur analysieren und schickten den Entwicklern die Resultate
(oft auf die Zeile des falsch laufenden SQL-Statements genau, mit der
Erklärung, warum das dort nicht stimmt). Als Entwickler im Herzen nervte
es mich, diese Fehler nicht gleich selbst korrigieren zu dürfen, daher
wechselte ich nach knappen 2,5 Jahren in die Software-Entwicklung der
REWE.
2006 war ich also endlich ein Software-Entwickler für Oracle. Von der
übersichtlichen Warenwirtschaft in der Filiale, wechselte ich nun zum
DataWareHouse, wo Oracle 10g Standard war. Das neue Mass an dem zu
verarbeitenden Datenvolumen war wirklich interessant. Wurden in der Filiale
nur wenige hundert Datensätze an Artikelstammdaten bewegt, so wurden im
DataWareHouse mehrere Millionen Datensätze an Umsatzdaten aus allen
Filialen umgewälzt und verarbeitet. Nochmals interessanter wurde es, als
ich die anfangs sehr rustikalen Programme des GIS
(Geografisches-Informations-System) überarbeiten durfte. Hier wurden
Standorte mit den Oracle SPATIAL-Funktionen vermessen und verschiedene
Einzugsgebiete berechnet. Durch die enormen Datenmengen waren Indexes,
partitionierte Tabellen, Index-Organized-Tables und gute Statistiken
äusserst wichtig für den, immer brauchbarer werdenden, cost based
optimizer. Die Auswertungen performant zu gestalten war eine wahre Herausforderung.
Im DataWareHouse kam ich auch mit Oracle Forms 6i in Berührung, allerdings
sehr wenig. Das Entwickeln und Tunen von SQL-Scripts und das Automatisieren der grafischen
Reports (Business Objects) war doch weit mehr mein Thema.
Seit 2014 entwickle ich für den Metro-Konzern. Hier anfangs noch
Oracle 10g, mittlerweile 11g, aber in einem komplett anderen Umfeld. War im
DataWareHouse der REWE Performance die absolute Priorität (man verzichtete
zB gerne auf FOREIGN KEYs um der Datenbank die Last dieser Prüfungen zu
ersparen), ist es hier die Datenintegrität. Eine Tabelle ohne FOREIGN KEY
wird man hier selten antreffen und Verarbeitungen von Massendaten existieren
nicht. Stattdessen jede Menge PL/SQL-Cursors, Triggers auf
Tabellen und Packages, welche die Daten zusätzlich prüfen und
verarbeiten. Ausserdem wird viel in Oracle Pro*C
entwickelt, jemals davon gehört?
Egal in welchem der Unternehmen, für die Entwicklung wurden oft die selben
Tools verwendet: Text-Editoren (Notepad++) für SQL, PL/SQL und andere
Script-/Programmier-Sprachen, SQL-Plus um SQL-Scripts auszuführen und
zusätzlich Toad um bequemer (mit GUI) durch das DataDictionary von Oracle
zu "browsen".
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