Gerhard Wandl, Österreich, office@wandl.at


Mein beruflicher Werdegang

Zimmer Handelsgesellschaft m.b.H. (09/1992 - 08/2003):

Meine Laufbahn begann als Lehrling zum Grosshandelskaufmann. Bei der Firma Zimmer, die anfangs noch eine 100%ige Tochtergesellschaft des Porsche Konzerns in Österreich war, machte ich meine Lehre und durchwanderte ein paar Abteilungen (Debitoren-Buchhaltung, Kommunal-Verkauf, Ersatzteillager, EDV, Marketing und wieder EDV). Dabei war ich der erste Lehrling in der Geschichte des Unternehmens, der auch in der EDV-Abteilung lernen durfte. Meine damalige, erste Aufgabe war das Erlernen von Serienbriefe in MS Winword in Kombination mit MS Access 1.0, danach die Beta-Version von Windows 95 zu testen. Nach meinem Lehrabschluss blieb ich als First-Level-Support in der EDV-Abteilung.

Im Juli 1996 bekam ich dann mein erstes kleineres Projekt. Ich sollte alle PCs von Windows for Workgroups 3.11 auf Windows 95 umstellen und vernetzen. Mangels Erfahrung, Budget und Wissen, habe ich die rund 10 PCs mit Koax-Kabeln in einer Bus-Topologie miteinander verbunden. Ein MS Exchange Postfach auf Windows 95 diente als erster, interner Mail-Server.

Mitte 1998 kam eine ganz andere Herausforderung auf mich zu. Das Jahr 2000 näherte sich und zeitnah auch die Euro-Umstellung. In einem riesen Projekt wurde die damalige AS/400 gegen einen DEC Alpha Server ausgetauscht und sämtliche AS/400-Terminals durch Windows-PCs ersetzt. Da reichten natürlich auch die alten Koax-Kabeln nicht mehr, das Netzwerk musste komplett neu verkabelt und professionell aufgezogen werden. Wir installierten einen zentralen Netzwerkschrank mit Hubs und Switches und begannen mit der CAT5-Verkabelung (Stern-Topologie). Im Lagerbüro wurde ebenfalls ein Switch, der per Lichtwellenleitung mit den Netzwerkschrank verbunden war, installiert, denn auch dort mussten die Terminals Platz für Windows-Rechner machen. Meine Aufgaben waren über das gesamte Projekt verteilt. Planung des Netzwerkes, bestimmen der RJ45-Dosen in den Büros, Aufsetzen und Verteilen der Windows-Rechner, Aufsetzen eines Windows NT4-Domain-Controllers, Installation diverser Server (eMail, Intranet, File-Server, zentralisierter Virenschutz, Proxy, Firewall, etc) und die Kontrolle über die Netzwerkarbeiten durch ein externes Unternehmen. Aber auch bei der Umstellung der Warenwirtschaft musste ich kräftig mit anpacken. Während mein Kollege die Stammdaten aus dem Altsystem exportierte, musste ich diese für das neues System aufbereiten, importieren und (möglichst automatisiert) um fehlende Felder/Daten bereichern. Hier kam ich auch erstmals mit Oracle in Kontakt, da die neue Warenwirtschaft Oracle nutzte. Zuvor musste ich mich natürlich mit den neuen System und den Prozessen des Unternehmens auseinander setzen, schliesslich musste ich die Prozesse im neuen System irgendwie abbilden können. Zusätzlich wollte man auch erstmals die Filialen an die Warenwirtschaft in der Zentrale anbinden. Das Projekt nahm knapp über ein Jahr in Anspruch. In dieser Zeit lernte ich wirklich eine Menge.

Mit Start des Projektes im Jahr 1998 wurde die EDV-Abteilung, bis dahin noch dem Finanzleiter unterstellt, zur Stabsstelle, Ende 1998 kündigte der EDV-Leiter und die 3 Mitarbeiter (inkl. mir) der EDV wurden direkt der Geschäftsführung unterstellt.

Nach Abschluss des Projektes, war ich grösstenteils mit Anpassungen, Erweiterungen, Schnittstellen und Gestaltung von Ausdrucken (Rechnungen, Lieferscheine, Komissionierlisten, andere Listen) beschäftigt. Dies meisterte ich hauptsächlich mit 4GL (einer PL/SQL ähnlichen Datenbank-Script-Sprache) und Visual Basic. Durch den Verlust des EDV-Leiters musste ich auch viele organisatorische Aufgaben übernehmen (Beschaffung von Hard- und Software, EDV-Materialien wie Druckpatronen, Eingabegeräten und Ersatzteilen). Ein Webshop wurde auch an die Warenwirtschaft angebunden.

Im Juli 2003 kündigte ich dann mein Dienstverhältnis und widmete meine Zeit privater Tätigkeiten.

REWE-Konzern (11/2004 - 11/2014):

Im REWE-Konzern begann ich als Systembetreuer bei der Eurobilla Warenhandels AG. Noch nie eine Eurobilla-Filiale gesehen? Eurobilla betreute die Billa-Filialen im Ausland (Italien, Tschechien, Slowakei, Kroatien, Polen, Rumänien, Bulgarien, Ukraine, Russland und Penny in Ungarn). Meine Aufgabe war der Second-Level-Support im Bereich Filial-Warenwirtschaft. Ein spannendes Multikulti-Umfeld mit eher entspannenden Herausforderungen (technisch gesehen, kulturell und organisatorisch sah es schon etwas anders aus). Die Warenwirtschaft läuft auf Linux-Rechnern mit Oracle-Datenbanken. Im Regelfall musste ich Fehler analysieren und an die entsprechenden Entwickler aufbereitet weiterleiten.

Da ich selbst Entwickler bin, reichte mir diese Aufgabe bald nicht und so wechselte ich konzernintern zur REWE Dienstleistungsgesellschaft, wo ich als Software-Entwickler in der so genannten "System-Gruppe" angestellt wurde. Die System-Gruppe hatte das DataWareHouse, die Kundendatenbank und ein paar kleinere Bereiche. Hier hatte ich das erste Mal mit Massendaten zu tun und ich durfte die Automatisierung des Reportings in Angriff nehmen. Während das DataWareHouse schon eine Menge an Daten zu verarbeiten hatte, gab es da, parallel zur Kundendatenbank, die GIS (Geographisches Informations System). In der GIS wurden Einzugsgebiete der Filialen berechnet und mit verschiedensten Daten "verschnitten". Das war ein extrem interessantes und umfangreiches Thema. Da ich nicht weiss, wie detailliert ich das beschreiben darf, werde ich nur anführen, dass hier pro Filiale Millionen an Datensätzen verarbeitet wurden (bei rund 2.000 Filialen doch eine Menge). Hier holte ich mir meine Erfahrungen mit den SPATIAL-Funktionen von Oracle. Und ich lernte, dass die Erde keine Kugel, sondern eine Kartoffel ist. :)

2009 wurden die Abteilungen umstrukturiert, ich musste die GIS-Tätigkeiten abgeben und war nun "nur noch" mit dem DataWareHouse beschäftigt. Hier gab es eine Umstellung des Reporting-Tools von einer EXE-basierenden Anwendung zu einer Web-Oberfläche, welche sehr viel Aufmerksamkeit verlangte. Bis ich schliesslich im November 2014 den Konzern verliess und zur Metro wechselte.

Metro-Konzern (12/2014 - dato):

Seit Dezember 2014 arbeite ich nun für die Metro Cash & Carry Österreich GmbH und entwickle in der Warenwirtschaft und den dazugehörigen Schnittstellen. Hier ist die Anforderung eine ganz Andere, keine Massendaten (im Sinne, wie ich es von REWE gewohnt war), sondern eher einzelne Datensätze mit unterschiedlichsten Verarbeitungsvarianten. Die Metro ist eigentlich auch nur ein Grosshandel, wie mein ehemaliger Lehrbetrieb, allerdings mit sehr viel komplexeren Prozessen. Lebensmittel die nicht nur einfach vom Lieferanten angeliefert werden, sondern von Plattform zu Plattform transportiert werden, bevor sie dort vom LKW abgeholt und zum Markt gebracht werden. Dies alles systemtechnisch unterstützt. Es hat unzählige Kennzeichen und Indikatoren, die den Datenfluss bestimmen, immer unter den Druck möglichst flexibel zu bleiben. Auch hier habe ich, witziger Weise, wieder einen WebShop (Bestellportal) als Projekt erhalten, dessen Schnittstellen, zum Teil, aus meiner Feder kommen. Leider wird das Bestellportal selbst von einer externen Agentur entwickelt.

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